Für ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld

GRI 403: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

GRI 403-1: Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
GRI 403-8: Mitarbeiter, die von einem Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz abgedeckt sind

Das Wohlergehen aller Mitarbeitenden liegt uns am Herzen. Weil ein großer Teil der Beschäftigten körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten ausübt, engagieren wir uns besonders für deren Gesundheit und Arbeitssicherheit. Einen wesentlichen Baustein stellt in diesem Zusammenhang unser Managementsystem für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz dar. Es ist nach der internationalen Norm ISO 45001 zertifiziert und deckt seit 2021 sämtliche Standorte und alle Beschäftigten von Gegenbauer ab.

Darüber hinaus hat die Unternehmensgruppe eine spezifische Unternehmensleitlinie (SGA – Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz) veröffentlicht, die die Bedeutung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz unterstreicht. Sie legt konkrete Ziele und Vorgaben zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten fest. Der Fachbereich Health & Safety ist seit 2021 dem Vorstandsressort HR zugeordnet.

GRI 403-2: Gefahrenidentifizierung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen

Unter Berücksichtigung sowohl übergreifender als auch berufsgenossenschaftlicher Vorschriften finden regelmäßige Begehungen der Arbeitsstätten, systematische Analysen von Unfällen, Auswertungen der im Arbeitsschutz eingehenden Berichte von Behörden (wie z.B. Bezirksregierung, Gewerbeaufsicht, Amt für Arbeitsschutz oder Berufsgenossenschaft) sowie quartalsweise Arbeitsschutzausschuss-Sitzungen statt. Entscheidend ist es zudem, Mitarbeitende für Arbeitssicherheit sowie gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und -prozesse zu sensibilisieren.

Im Rahmen eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses werden Schwerpunktthemen regelmäßig überprüft und intensiviert. Der Fokus liegt dabei auf der Weiterentwicklung technisch-infrastruktureller Gefährdungsbeurteilungen. Ziel ist eine verbesserte Erfassung von Gefahrenschwerpunkten, deren Bewertung und die daraus abgeleitete Festlegung entsprechender Präventivmaßnahmen. Die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung obliegt den Führungskräften, die dabei von den jeweiligen Fachkräften für Arbeitssicherheit, dem Arbeitsmedizinischen Dienst, den Mitarbeitenden sowie den Sozialpartnern unterstützt werden.

GRI 403-3: Arbeitsmedizinische Dienste

Die arbeitsmedizinische Betreuung wird vorrangig durch den Arbeitsmedizinischen Dienst der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) sichergestellt. Eine arbeitsmedizinische Vorsorge wird den Mitarbeitenden angeboten und kann im Rahmen der Arbeitszeit in Anspruch genommen werden.

GRI 403-4: Mitarbeiterbeteiligung, Konsultation und Kommunikation zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Die Koordination aller gesundheitsfördernden Maßnahmen erfolgt in Abstimmung mit den Verantwortlichen der Spartengesellschaften sowie den Fachkräften für Arbeitssicherheit bedarfsgerecht und entsprechend den strategischen Zielsetzungen.

Jährliche interne und externe Schulungen, z.B. über die BG BAU, gewährleisten ein hohes Maß an Kompetenz bei unseren Fachkräften für Arbeitssicherheit. Sie unterstützen ihre Vorgesetzten in allen Belangen des Arbeitsschutzes innerhalb ihres jeweiligen Arbeitsbereiches und sind damit wichtige Multiplikatoren für die Ziele des Arbeitsschutzes. Im Berichtsjahr fanden die erforderlichen Schulungen aufgrund der Corona-Pandemie teilweise digital statt.

Die hauptamtlichen Fachkräfte für Arbeitssicherheit werden spartenübergreifend vom Koordinator für Health & Safety, der direkt an Personalvorstand berichtet, geführt. Durch leitende Fachkräfte für Arbeitssicherheit in den jeweiligen Spartengesellschaften wird eine umfängliche Beratung bis auf die operative Ebene sichergestellt. Darüber hinaus wird regelmäßig im Rahmen der allen Beschäftigten zugänglichen Mitarbeiterzeitung von Gegenbauer über Fragen von Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Prävention berichtet.

GRI 403-5: Mitarbeiterschulungen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
GRI 403-6: Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter

Um unsere Ziele zu erreichen und die Gesundheitsquote der Mitarbeitenden zu steigern, hat die Unternehmensgruppe Gegenbauer unterschiedliche gesundheitsfördernde Maßnahmen ins Leben gerufen und weiterentwickelt. Diese nehmen sowohl physische, psychische als auch soziale Aspekte in den Blick.

Exemplarische Übersicht ausgewählter Angebote und Maßnahmen:

  • Maßnahmen zur Steigerung der Work-Life-Balance, Aufrechterhaltung bzw. Förderung der Leistungsfähigkeit und zur Vermeidung von Krankheit, Stress, Überlastung und Burn-out (u.a. in Zusammenarbeit mit bundesweit ausgewählten Rehabilitations-Zentren)
  • Angebote zu Vorsorgeuntersuchungen und zur Grippeschutzimpfung
  • Umfangreiche Testmöglichkeiten während der Corona-Pandemie (teilweise mit eigenen Teststrecken)
  • Präventionsangebote der deutschen Rentenversicherung
  • Durchführung von Gesundheitstagen, z.B. zu den Themen Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung/Entspannung (in Zusammenarbeit mit regionalen Krankenkassen)
  • Möglichkeit der Nutzung eines Corporate-Wellness-Programms für alle Beschäftigten (Gympass)
  • Angebot digitaler Gesundheitslösungen für wirksame Minipausen am Arbeitsplatz (froach)
  • Organisation gemeinsamer Teilnahmen an Firmenläufen (B2RUN, etc.)

Als Basis-Instrument zur Unterweisung werden Rahmenthemen in elektronischer Form zur Verfügung gestellt. E-Learning-Angebote unseres Bereiches Personalentwicklung unterstützen die Mitarbeitenden immer stärker bei der Umsetzung der Arbeitsschutzziele. 2021 wurde an ausgewählten Standorten ein Pilotprojekt zu einem Online-Unterweisungstool gestartet. Nach erfolgreichem Abschluss des Projektes ist eine flächendeckende Umsetzung geplant.

Die Unterweisungen zu den Themen Arbeits- und Gesundheitsschutz werden von den verantwortlichen Führungskräften jährlich durchgeführt. Spezielle Schulungsthemen, insbesondere zu Arbeitsplatzbedingungen, zum Einsatz und der Nutzung Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) sowie zu Maschinen und Geräten, werden vor Ort durch die Verantwortlichen mit den Nutzern auf den entsprechenden Bedarf hin abgestimmt. Darüber hinaus werden Sicherheitsbeauftragte, Ersthelfer sowie Brandschutz- und Evakuierungshelfer ausgebildet und regelmäßig praktisch geschult.

GRI 403-7: Vermeidung und Minimierung von direkt mit Geschäftsbeziehungen verbundenen Auswirkungen auf die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz

Um die Zahl der Arbeitsunfälle kontinuierlich zu reduzieren, verfolgt die Unternehmensgruppe eine Vielzahl an Maßnahmen. Schulungen und Unterweisungen für die Mitarbeitenden sowie für Fremdfirmenbeschäftigte sind fest vorgeschrieben, deren Durchführung ist nachzuweisen und wird überprüft. Die konkreten Inhalte und erforderlichen Aktualisierungen werden u.a. über das Intranet und durch die Fachkräfte für Arbeitssicherheit kommuniziert. Darüber hinaus erfolgt eine Auswertung von Arbeitsunfällen in den Arbeitssicherheitsausschüssen sowie eine regelmäßige Berichterstattung an die verantwortlichen Geschäftsführungen und den Vorstand.

Sämtliche Arbeitsunfälle in der Unternehmensgruppe werden den Fachkräften für Arbeitssicherheit durch eine interne Unfallanzeige gemeldet. Eine entsprechende Unfalluntersuchung wird durch die Führungskräfte mit Unterstützung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit, den Beteiligten und erforderlichenfalls mit dem Arbeitsmedizinischen Dienst durchgeführt, die auch mit Unterstützung der Sicherheitsbeauftragten und dem Betriebsrat die Unfälle im Anschluss auswerten. Die Dokumentation erfolgt im Unfalluntersuchungsbericht, einem standardisierten Qualitätsmanagement-Dokument, aus dem auch präventive Maßnahmen abgeleitet werden. Auf diese Weise wollen wir für noch sicherere Arbeitsbedingungen sorgen und Unfälle ausschließen.

GRI 403-9: Arbeitsbedingte Verletzungen
GRI 403-10: Arbeitsbedingte Erkrankungen

Als maßgeblichen Indikator für den Erfolg unserer Arbeitsschutzmaßnahmen ziehen wir bislang die Tausend-Mann-Quote (TMQ) heran. Sie misst die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle pro 1.000 Mitarbeitenden. Dabei lagen die Werte für die Unternehmensgruppe Gegenbauer in den vergangenen Jahren erfreulicherweise stets unter dem Durchschnitt der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland. Wir möchten dieses Niveau aufrechterhalten und weiter verbessern, denn unser Ziel muss es sein, jeden einzelnen Unfall zu vermeiden.

Um eine noch bessere Aussagekraft und damit Steuerungsmöglichkeit zu erzielen, haben wir uns vorgenommen, ab dem Berichtsjahr 2023 ergänzend zur TMQ die international etablierte Kennzahl LTIR (Unfälle mit mindestens einem Ausfalltag pro eine Million Arbeitsstunden) zu ermitteln. Hierzu sind organisatorische Veränderungen der internen Berichterstattung und Erfassung nötig, die im Berichtsjahr 2022 vorzubereiten sind.

Zu den häufigsten Unfallursachen bei Gegenbauer zählen das Stolpern und Umknicken. Damit möglichst keine Gefahren entstehen, achten wir bereits bei Einstellungen im gewerblichen Bereich darauf, dass unsere zukünftigen Beschäftigten den körperlichen Anforderungen gewachsen sind und statten diese, je nach Gefährdungsbeurteilung, mit geeigneter PSA aus.

In den vergangenen Jahren ereigneten sich keine tödlichen Unfälle.