Weil Vielfalt uns bereichert

GRI 405: Diversität und Chancengleichheit

Managementansatz
GRI 103-1: Erläuterung des wesentlichen Themas und seiner Abgrenzung
GRI 103-2: Der Managementansatz und seine Bestandteile
GRI 103-3: Beurteilung des Managementansatzes

Gesellschaftliche Entwicklungen wie demografischer Wandel, Digitalisierung und ein grundlegender Wertewandel bilden sich in einer zunehmend diversen Gesellschaft ab. Eine chancengerechte Teilhabe innerhalb des Unternehmens wird damit notwendiger denn je. Die Förderung der Vielfalt im Unternehmen ist damit ein wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg.

Zusammenarbeit in Vielfalt

Bei Gegenbauer sind Frauen und Männer aus über 110 Nationen, aller Altersgruppen, kultureller und religiöser Prägung sowie mit unterschiedlichsten ethnischen und gesellschaftlichen Hintergründen beschäftigt. Das daraus erwachsende Potenzial an Fähigkeiten, Wissen und Erfahrungen verschafft uns angesichts unserer heterogenen Geschäftsstruktur konkrete Wettbewerbsvorteile, die Zusammenarbeit fördert kreative Ansätze und gewährleistet Wandlungsfähigkeit. Vielfalt ist daher schon allein aus unternehmerischer Sicht geboten und zugleich Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung. Im Rahmen unserer HR-Strategie legen wir daher besonderen Wert darauf, eine möglichst vielfältige Mitarbeiterstruktur zu fördern und Beschäftigten unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, sexueller Orientierung, Herkunft oder Behinderung diskriminierungsfreie Arbeitsplätze und gleiche Chancen zu bieten.

Maßnahmen zur Förderung von Vielfalt und Chancengerechtigkeit

Im Berichtsjahr wurde eine erste gruppenweit geltende Rahmen-Inklusionsvereinbarung zwischen Konzernschwerbehindertenvertretung und Unternehmensleitung abgeschlossen, die die Grundlage für die Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Integration in unserem Unternehmen bildet und die Eingliederung schwerbehinderter Menschen bei Gegenbauer weiter verbessert.

Eine Integrationsbeauftragte koordiniert in Abstimmung mit den operativen Gesellschaften der Gruppe eine Vielzahl von Maßnahmen zur Integration, darunter u.a. Projekte zur Unterstützung ehemals Wohnungsloser durch Arbeitsplatzangebote, multimedialen Deutsch- und Fremdsprachentrainings mittels App, zur Integration von Schulverweigerern sowie durch Inklusion von Menschen mit körperlichen Einschränkungen bzw. nach langer Erkrankung.

Bereits im Jahr 2007 unterzeichnete die Unternehmensgruppe Gegenbauer die Charta der Vielfalt, die sich für Anerkennung, Wertschätzung, Einbeziehung und Respekt in der deutschen Unternehmenskultur einsetzt. Darüber hinaus engagieren wir uns jährlich im Rahmen des Girls’Day. Dabei bringt das Unternehmen jungen Mädchen insbesondere technische und handwerkliche Berufe nah, die besonders vielversprechende Perspektiven besitzen.

Perspektiven für Jugendliche mit Lernbehinderung

Seit 2015 bildet die Unternehmensgruppe Gegenbauer junge Menschen mit anerkannter Lernbehinderung zum Fachpraktiker im Gebäudeservice aus. Derzeit befinden sich bei uns neun junge Menschen nach § 66 BBiG in diesem Beruf in Ausbildung.

Eingeführt und entwickelt wurde die Ausbildung mit dem Ziel, den Fachkräftebedarf im Unternehmen zu decken und jungen Menschen mit Behinderungen nach §19 SGB III die Teilhabe an beruflicher Bildung und am Arbeitsleben zu ermöglichen. Bei der Konzeption und Implementierung dieses neuen Ausbildungsberufes war die Unternehmensgruppe Gegenbauer initiativ und federführend. Im Zusammenwirken mit der Konrad-Zuse-Schule, dem Netzwerk für betriebliche Integration und Sozialforschung e. V, der IHK Berlin, der Agentur für Arbeit sowie der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin wurde im Jahr 2015 nach vielen Hürden die offizielle Anerkennung und Zulassung des Ausbildungsberufes zum Fachpraktiker im Gebäudeservice in Berlin erwirkt. Damit war die Grundlage geschaffen, jungen Menschen, die aufgrund ihrer Lernbehinderung keinen Vollberuf erlernen können, eine betriebliche, theoriereduzierte und sozialpädagogisch betreute Ausbildung zu ermöglichen und eine Qualifikation zu erlagen, für die am Markt eine hohe Nachfrage besteht. Eine gewinnbringende Situation für beide Seiten. Für Gegenbauer ist dies Teil einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Personalpolitik, die durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin gewürdigt wurde.

GRI 405-1: Diversität in Kontrollorganen und unter Angestellten

Der Frauenanteil in der Belegschaft der Unternehmensgruppe Gegenbauer lag 2021 bei 50,2 Prozent (2020: 51,5 Prozent). Der Frauenanteil im Vorstand lag bei 50,0 Prozent, gruppenweit stellen Frauen 30,1 Prozent der Führungskräfte. In den Aufsichtsräten waren im Berichtszeitraum zwei Frauen vertreten, dies entspricht einem Anteil von 20 Prozent. Es ist das erklärte Ziel der Unternehmensleitung, Frauen in Führungspositionen weiter zu stärken und zu fördern, bis 2025 soll ihr Anteil auf den Ebenen Vorstand, Geschäftsführungen, Prokuristen, Leitende Angestellte und Führungskräfte mit disziplinarischer Verantwortung 35 Prozent betragen.

Jahresdurchschnittlich betrug die Zahl der Menschen mit Behinderung bei Gegenbauer 890 (2020: 813). Damit wurden gruppenweit mehr Schwerbehinderte beschäftigt, als dies gesetzlich gefordert ist (Beschäftigungsquote: 2021: 5,2 Prozent). Dennoch wurde im Jahr 2021 eine geringe Ausgleichsabgabe fällig, da nicht alle Tochterunternehmen die Fünf-Prozent-Quote erreichten.

Zu den Sozialkennzahlen

80,7 %

tariflich Beschäftigte

GRI 102-41: Tarifverträge
GRI 405-2: Verhältnis des Grundgehalts und der Vergütung von Frauen zum Grundgehalt und zur Vergütung von Männern

Weil alle Mitarbeitenden zum Unternehmenserfolg entscheidend beitragen, gehören eine leistungsgerechte Entlohnung sowie umfassende Sozialleistungen seit jeher zu unserem unternehmerischen Selbstverständnis.

Mit fast 81 Prozent wird bei der Unternehmensgruppe Gegenbauer ein Großteil der Beschäftigten auf Basis verschiedener Flächen- oder Haustarifverträge entlohnt. In diesen sind geschlechtsunabhängige Kriterien zur Stellenbewertung sowie der dazugehörigen Vergütung definiert, womit Entgeltgleichheit unabhängig vom Geschlecht bereits durch das tarifliche System gewährleistet ist. Alle außertariflich Angestellten erhalten eine markt- und leistungsgerechte Entlohnung mit einem attraktiven Grundgehalt sowie individuellen, sparten- bzw. standortabhängigen Sonderleistungen.

Führungskräfte von Gegenbauer engagieren sich auf vielfältige Weise als Mitglieder in Arbeitgeberverbänden und Tarifkommissionen. Darüber hinaus stehen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter in engem Austausch, um für alle Beschäftigten tragfähige Lösungen und Vereinbarungen zu erzielen, was sich insbesondere während der Corona-Pandemie als äußerst hilfreich erwiesen hat.

Update (Juli 2022)

Unsere Integrationsbeauftragte wird Regionalbotschafterin

Unsere Integrationsbeauftragte Heike Streubel kümmert sich seit vielen Jahren engagiert um jene Menschen, die es aus verschiedenen Gründen schwer haben, ihre Leistungen in den regulären Arbeitsmarkt einzubringen. Und die doch so gebraucht werden wollen. Zu ihren Klienten gehören u.a. Personen mit prekären Lebensläufen, ehemalige Obdachlose, Freigänger aus dem Justizvollzug, Menschen mit einer Behinderung, Langzeitarbeitslose sowie Geflüchtete. Diesen Menschen den nachhaltigen Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen und sie auf diesem Weg zu begleiten, ist ihr Antrieb.

In ihrem vielfältigen Arbeitsalltag beschäftigt sich Heike Streubel mit Sprachvermittlungsangeboten, begleitet auf Behördengängen und schafft Netzwerke mit diversen Partnern aus dem Wirtschafts- und Sozialbereich. Aber auch das Management unbewusster Vorurteile im Unternehmensumfeld wird in Diversitäts- und Inklusions-Projekten aktiv thematisiert.

Im Mai 2022 wurde Heike Streubel zur Regionalbotschafterin Berlin des Netzwerkes „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ gewählt.

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