Risikomanagement

GRI 102-11: Vorsorgeansatz oder Vorsorgeprinzip

Als personalintensives Dienstleistungsunternehmen mit einer breiten Auftraggeber- und Lieferantenbasis ist die Unternehmensgruppe Gegenbauer im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeiten unterschiedlichen wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Dazu zählen beispielsweise logistische Risiken, Preisentwicklungen, Gesetzesänderungen und Vorschriften mit zum Teil kurzen Reaktionszeiten. Ein einheitliches Risikomanagement begegnet diesem Gefahrenpotenzial. Der Vorstand wird monatlich, die Aufsichtsgremien quartalsweise in standardisierter Form über die aktuelle Risikolage der Gruppe unterrichtet. Risiken mit ähnlichen Inhalten oder Ursachen werden auf Gruppenebene zu Risikoarten aggregiert und gemäß ihrem Bedrohungspotenzial für die Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, den Cashflow sowie die Reputation der Unternehmensgruppe Gegenbauer als hoch, mittel oder gering klassifiziert.

GRI 102-15: Auswirkungen, Risiken und Chancen

Mit unseren Handlungsfeldern zur Nachhaltigkeit, die in der 2021 durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse ermittelt wurden, verbinden sich diverse Risiken für die Unternehmensgruppe Gegenbauer. Diese ergeben sich aus unseren eigenen Geschäftsprozessen, aber auch aus Geschäfts- und Lieferbeziehungen sowie im unternehmerischen Umfeld bzw. für unsere Stakeholder.

Nichtfinanzielle Aspekte, innerhalb derer Risiken auftreten können, sind vor allem Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Vermeidung von Korruption und Bestechung. Für diese nichtfinanziellen Aspekte gemäß dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz wurden im Berichtsjahr 2021 keine wesentlichen Risiken erkannt.

Die nachstehende Risikobetrachtung hebt besonders auf Themenfelder ab, die mit der Geschäftstätigkeit, den Geschäftsbeziehungen und den Dienstleistungen von Gegenbauer verknüpft sind; ungeachtet der Tatsache, dass der tatsächliche Eintritt schwerwiegender Auswirkungen als überwiegend nicht sehr wahrscheinlich eingeschätzt werden.

Risiken für das Unternehmen

Fragen der Nachhaltigkeit unterliegen zunehmend gesetzlichen Regulierungen, deren Nichtbefolgung mit Sanktionen bzw. Vertrauensverlusten gegenüber verschiedenen Stakeholdern verbunden sein können. Zudem kann die Nichterfüllung von Anforderungen im Bereich der nichtfinanziellen Themen potenziell Umsatzeinbußen bzw. Kundenverluste nach sich ziehen. Zu den weiteren Risiken zählen Störungen im Geschäftsablauf, beispielsweise aufgrund pandemischer Lagen, Engpässe in der Lieferkette, Ressourcenknappheit oder die Verteuerung wesentlicher bezogener Leistungen und Produktgruppen. Im Bereich der personellen Ressourcen stellen insbesondere Arbeitskräftemangel, nicht zufriedenstellende Arbeitsbedingungen, verbunden mit abnehmender Motivation bzw. Produktivität der Beschäftigten, Qualifikationsdefizite mangels Weiterbildung, erhöhte Krankenstände oder Fluktuation potenzielle Risiken für Gegenbauer dar, die es zu berücksichtigen und zu vermeiden gilt.

Risiken für das Umfeld

Die Geschäftstätigkeit von Gegenbauer nimmt, auch über die eigenen Wertschöpfungsprozesse hinaus, Einfluss auf das unternehmerische Umfeld, die Umwelt und unsere Stakeholder. Als personalintensives Unternehmen wirkt dabei vor allem die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen unmittelbar auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden ein. Im Rahmen unseres unternehmerischen Handelns tragen wir darüber hinaus Verantwortung für fair ausgestaltete Wechselbeziehungen zu unserem lokalen Umfeld aber auch zur Gesellschaft im Allgemeinen. Der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen wie Energie, Wasser und eingesetzten Chemikalien ist entscheidend für den Erhalt, die Entwicklung und Vielfalt ökologischer Systeme und damit für die Aufrechterhaltung zukünftiger Lebensbedingungen. Der direkte und indirekte Ausstoß von Treibhausgasen im Rahmen der Geschäftstätigkeit von Gegenbauer trägt zur globalen Erwärmung bei.

Alle beschriebenen Risiken im Sinne möglicher negativer Auswirkungen stellen letztlich auch Risiken für das Unternehmen selbst und dessen Fortbestand dar.

GRI 102-30: Effektivität des Risikomanagementprozesses

Operativ ist die Konzernleitung für die Steuerung des Risikomanagements zuständig. Dazu wurde ein umfassendes System zur Überwachung und Steuerung der mit der unternehmerischen Tätigkeit verbundenen Risiken in Kraft gesetzt. Dieser Prozess beinhaltet die Risikoidentifikation, -analyse und -steuerung sowie das Reporting. Die Identifikation von Risiken obliegt in erster Linie dem Konzerncontrolling und wird auf Grundlage von Einzelrisikomeldungen, Abweichungsanalysen und weiteren Steuerungsinstrumenten des Controllings sichergestellt. Nach Identifikation eines Risikos erfolgt dessen Steuerung im Zusammenspiel zwischen Risikomanager und dem jeweiligen Risikoverantwortlichen, z.B. der Geschäftsführung oder der Niederlassungsleitung. Dabei werden alle Risiken bis zu deren Abwendung (oder Eintreten) in formalisierter Berichterstattung monitort. Das Konzerncontrolling erstellt monatliche Risikoberichte für den Vorstand sowie die Wirtschaftsprüfer. Als wesentlich identifizierte Risiken werden zudem in den regelmäßig stattfindenden Vorstands- oder Aufsichtsratssitzungen diskutiert.

Investitions- und Projekt-Ausschuss

Mit dem Investitions- und Projekt-Ausschuss (IPA) verfügt Gegenbauer seit vielen Jahren über ein Gremium, das ein effektives präventives Instrument zur Risikovermeidung darstellt. Im Fokus der IPA-Sitzungen steht die kritische Analyse von Vertrags- und Angebotsgrundlagen, um Kalkulationsfehler auszuschließen bzw. vertragliche Risiken zu minimieren.

Sofern sich Risiken aus der Nichteinhaltung von Compliance-Vorgaben der Unternehmensgruppe ergeben, ist dies Gegenstand der Tätigkeit der internen Revision.

Siehe dazu auch GRI 102-16 ff.